Posted by on Dienstag, 8. März 2011 in Blog, Fotografie | 14 Kommentare

Holzmodell der A77 auf der Photokina 2010Nachdem Sony auf den jüngsten Fotomessen ein Glasmodell des A700-Nachfolgers (A77) gezeigt hat, schälen sich immer mehr Fakten zur kommenden Semipro-Alpha heraus. Ich versuche hier einmal zusammenzutragen, was bislang bekannt ist beziehungsweise glaubhaft spekuliert wird.

Ohne Zweifel wird der A700-Nachfolger eine SLT-Kamera sein – also mit feststehendem, teildurchlässigen Spiegel und elektronischem Sucher (EVF). Die Fotos vom unlängst präsentierten Glasmodell zeigen dies deutlich. Falls Sony der bisherigen Nomenklatur folgt, dürfte die Kamera SLT Alpha 77 heißen. Ein konventionelles Schwestermodell wird es ganz sicher nicht mehr geben – anders als zur A55, der Sony mit der A580 noch eine herkömmliche DSLR zur Seite gestellt hatte.

Nach Angaben der britischen Fachzeitschrift Amateur Photographer soll die A77 einen substantiell besseren EVF als die A33/A55 haben. Vielleicht sogar einen Sucher mit OLED-Technologie? Für mich durchaus vorstellbar, schließlich hat Sony erst vor einigen Monaten die OLED-Sparte von Epson übernommen.

Amateur Photographer berichtet ferner, dass die A77 in den sechsstelligen ISO-Bereich vorstoßen soll – und das bei einem Sensor in APS-C-Größe. Auch das ist für mich durchaus denkbar, die Sensortechnologie macht weiterhin große Fortschritte.

Glasmodell der A77

Glasmodell der A77

Im Netz kursieren seit Wochen viele Fotos eines Glasmodells der A77. Besonders interessant finde ich die Bilder, die gestern das ePHOTOzine veröffentlicht hat. Auf dem zweiten Foto ist deutlich zu sehen, dass das Display der A77 wieder unten angeschlagen ist. Über die Vor- und Nachteile dieser Lösung habe ich hier schon einmal geschrieben.

Eine umfangreiche Bildergalerie zum Glasmodell der A77 gibt es bei Pocket-lint zu sehen. Hier hat sich der Fotograf einmal die Mühe gemacht, unter die Abdeckungen der Anschlüsse zu blicken. So fördern die Fotos zu Tage, dass die A77 über eine PC-Buchse (zum Anschluss von Studioblitzen) verfügen wird. Auch scheint mir, dass es eine Audio-In-Buchse geben wird. Videographen werden also aller Voraussicht nach ein externes Mikrofon an die A77 anschließen können.

Am Bajonett der A77 ist deutlich die Kupplung für den Stangen-AF zu erkennen

Sony hatte schon im September 2010 auf der Photokina davon gesprochen, dass es ein neues Kit-Objektiv zur A77 geben wird. Es soll das mit der A700 eingeführte CZ 16-80/3.5-4.5 ersetzen. Die optische Qualität des CZ ist zwar sehr gut, das Objektiv bietet aber nur einen herkömmlichen AF-Antrieb per Stange. Für Videoaufnahmen ist dieser geräuschvolle Antrieb nicht geeignet, es wird also ein neues Kit mit SAM- oder gar SSM-Antrieb geben. Im Netz sind erste Gerüchte aufgetaucht, dass es sich dabei um 16-50/2.8 handeln könnte. Den von Minolta 1984 eingeführten Stangenantrieb wird Sony übrigens auch mit der A77 beibehalten, das ist aus den Fotos des Glasmodells klar ersichtlich.

Laut Amateur Photographer soll die A77 nicht mehr kosten als die EOS 60D von Canon – also rund 1.000 Euro. Anders als die 60D wird die A77 aber ein Gehäuse aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung haben.

Spekuliert werden kann weiterhin, wann die A77 in den Handel kommen wird. Ich tippe auf September 2011, pünktlich zur PMA (8.9. bis 10.9. in Las Vegas).