Posted by on Donnerstag, 25. August 2011 in Blog, Fotografie | 5 Kommentare

SLT-A77V

SLT-A77V

Mit der A77 und A65 läutet Sony einmal mehr die nächste Runde im Megepixel-Rennen ein: 24 Megapixel löst der neue APS-C-Sensor auf – eine derart hohe Bildauflösung bietet derzeit keine andere Halbformat-Kamera. Als vor rund drei Jahren die A900 herauskam, waren es ebenfalls 24 Megapixel, mit denen Sony den Mitbewerbern davoneilte – allerdings auf einem Vollformat-Sensor. Da stellt sich (sicher nicht nur mir) die Frage: Liefern die A77 und A65 trotz Ihrer geringeren Sensorgröße dieselbe Bildqualität wie die A900/A850 mit ihrem Vollformat-Sensor?

Als ich vor ein paar Monaten davon gehört habe, dass die A77 einen 24-Megapixel-Sensor in APS-C-Größe habe könnte, hatte ich bereits leichte Zweifel: Reicht die Auflösung der Objektive noch aus, um die Sensorauflösung überhaupt ausschöpfen zu können? Immerhin hat der A77-Sensor nur 42,5 Prozent der Fläche eines Vollformat-Sensors aus der A900/A850 zur Verfügung. Und dass die schiere Megapixel-Zahl kaum etwas über die Bildqualität aussagt, habe ich ja früher schon einmal beleuchtet (Link: 14 Megapixel sind nicht gleich 14 Megapixel).

Leider hatte ich bislang keine Gelegenheit, meine A900 gegen eine A77 antreten zu lassen, also 24-Vollformat-Megapixel gegen 24-Megapixel an APS-C zu testen. Aber die renommierte Website imaging-resource hat genau diesen Vergleich gezogen. Wer ins letzte Viertel des Beitrags herunter-scrollt findet interessante Vergleichsfotos, nicht nur zwischen der A77 und A850.

Um es kurz zu machen: Der ausführliche Vergleich bei imaging-resource bestätigt meine Vorbehalte gegenüber der hohen Pixeldichte der A77 – allerdings nicht so sehr, wie ich befürchtet hatte. Solange die ISO-Zahl niedrig bleibt und sich das Hauptmotiv in der Bildmitte befindet, schlägt sich die A77 wacker. Ihre Auflösung bleibt auf Augenhöhe mit den zum Vergleich herangezogenen Vollformat-Kameras. Leider macht imaging-resource keine Angaben über das verwendete Objektiv, ich vermute aber einmal, dass sie das neue CZ 16-50/2.8 SSM verwendet haben.

Zu den Bildrändern hin wird es jedoch heikel (ich beziehe mich hier auf die Bilder unter Shooting with the Sony A77; Details): Die A850 mit dem CZ 24-70/2.8 SSM zeigt da doch deutlich mehr Details als die A77 mit dem CZ 16-50/2.8 SSM. Schraubt man die Empfindlichkeit auf ISO 1600 hoch, gerät die A77 weiter ins Hintertreffen: Aufgrund der deutlich höheren Pixeldichte ihres Sensors wird Bildrauschen jetzt stärker zum Problem, der Rauschreduzierung muss härter eingreifen. Sie bügelt mit dem Rauschen gleich auch noch viele Details weg, die bei den Fotos mit der A850 noch zu sehen sind. Leider hat imaging-resource offenbar nur JPEG-Aufnahmen verglichen und zeigt nicht, was sich noch aus den RAW-Aufnahmen herausholen ließe.

Um die Kirche aber im Dorf zu lassen: Wir reden hier von 100-Prozent-Crops. Die A77 liefert Aufnahmen mit 6000 x 4000 Pixeln, das ergibt bei 300 ppi Ausgabeauflösung ein Druckmaß von rund 50 x 34 cm – also deutlich größer als DIN A3. Bei dieser Druckgröße reichen 180 ppi Ausgabeauflösung völlig, die A77 ist also gut für Prints bis zu 85 x 57 cm. Da muss man dann schon mit der Nase ans Großformat-Poster stoßen, um die Auflösungsschwächen des APS-C-Sensors gegenüber vollformatigen 24 Megapixeln ausmachen zu können. Anderseits stellt sich damit aber wieder die Frage, wer 24 Megapixel überhaupt braucht. But that’s another song.