Posted by on Donnerstag, 30. August 2012 in Blog, Fotografie | 1 Kommentar

Gestern Nachmittag hat Sony die NEX-5R im Rahmen der IFA-Pressekonferenz offiziell vorgestellt. Mit der dritten Generation der 5er führt Sony zwei wichtige Neuerungen im NEX-System ein: Zum einen erhält der Autofokus Unterstützung durch spezielle Phasen-AF-Sensoren auf dem Bildwandler der NEX-5R. Außerdem geht die jüngste NEX via WiFi ins Netz, nimmt über Ihre WLAN-Schnittstelle aber auch Befehle entgegen – entsprechende Apps für Android und iOS bietet Sony zum Download an. Die NEX-5R soll ab Oktober im Set mit dem Standardzoom E 18-55mm F3.5-5.6 OSS  für 750 Euro in Schwarz, Weiß und Silber erhältlich sein.

Wichtigsten Eckdaten und Neuerungen der NEX-5R:

  • APS-C-Sensor mit 16,1 MPx Auflösung
  • ISO 100 bis 25.600
  • Full-HD-Video mit 1920 × 1080 @ 60p/50p, AVCHD 2.0
  • Hybrider Phasen-/Kontrast- AF per Bildsensor
  • Autofokus mit 99 Phasen-AF-Sensoren und 25 Kontrast-AF-Feldern
  • Auto Portrait Framing (mehr dazu hier bei mir)
  • Dedizierter Fn-Knopf und zweites Multifunktionswählrad
  • 3-Zoll-Display, klappbar wie bei der NEX-F3
  • Touchscreen jetzt mit Auslösefunktion
  • WiFi-Konnektivität
  • Fernbedienbar über App (für Android/iOS)

Kazuo Hirai, President and Chief Executive Officer Sony, präsentiert die In-Camera-Apps der NEX-5R auf der IFA 2012.

Für Hersteller von Digitalkameras wird es zunehmend zum Problem, dass Smartphones nicht nur ordentliche Schnappschüsse aufnehmen, sondern diese auch mit wenigen Fingertippern bei Facebook & Co. veröffentlichen. Samsung war der erste Hersteller, der darauf reagiert hat und einige seiner Kameras via WiFi ins Netz brachte. Kürzlich zog Nikon mit der Coolpix S800c nach und jetzt eben auch Sony. Ich finde es aber noch spannender, dass sich die NEX-5R via iPhone oder Android-Handy/Tablet auch fernsteuern lässt – entsprechende Apps werden über Sonys PlayMemories-Plattform erhältlich sein.

Die NEX-5R selber nutzt ein proprietäres Betriebssystem, der Funktionsumfang der Kamera lässt sich mit sogenannten „PlayMemories Camera Apps“ erweitern. Vorinstalliert sind unter anderem Apps wie „Multi Frame NR“ (Rauschreduktion durch Mehrfachaufnahme), „Bracket Pro“ (Reihenaufnahme, bei denen Parameter wie Belichtungszeit, Blende oder Fokus variiert werden), sowie mit „Photo Retouch“ ein kleines Bildbearbeitungsprogramm. Auch diese In-Camera-Apps wird Sony über PlayMemories anbieten, und zwar ab Oktober 2012.

Sony hat also bei der NEX-5R erstmals Funktionen in Apps ausgelagert, die bislang fester Bestandteil der Firmware waren. Eine recht spannende Idee, wie ich finde. Sie erlaubt es nämlich, den Funktionsumfang der Kamera fortwährend zu erweitern, beziehungsweise gezielt an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Dass die NEX-5R auch mit einem Phasen-AF auf dem Hauptsensor aufwarten kann, dürfte deren Autofokusgeschwindigkeit spürbar verbessern. Denn ein Phasen-AF stellt theoretisch deutlich schneller scharf als ein Kontrast-AF. Der Phasen-AF sorgt bei Fotoaufnahmen mit der NEX-5R fürs Grobe, die Feinjustierung der Schärfeebene übernimmt weiterhin der genaue Kontrast-AF – daher auch die Bezeichnung „Fast Hybrid-AF“. Bei Videoaufnahmen regelt die NEX-5R die Schärfe alleine per Phasenvergleichsmessung nach, ebenso bei Serienbildaufnahmen mit bis zu zehn Fotos pro Sekunde. In den Genuss des schnellen Hybrid-AF kommt man bislang nur mit diesen Objektiven (Firmware-Updates für weitere Objektive sind angekündigt):

  • E 18-55mm F3.5-5.6 OSS
  • E 55-210mm F4-6.3 OSS
  • E 18-200mm F3.5-6.3 OSS
  • E 24mm F1.8ZA Sonnar T*

Das Display der NEX-5R ist klappbar wie bei der NEX-F3. Oben rechts am Gehäuse das neue Mulitfunktionswählrad.

Bei all den Neuerungen geht es fast schon unter, dass Sony bei der NEX-5R auch am oftmals geschmähten Bedienkonzept gefeilt hat. Die Kamera weist nun ein zweites Wählrad auf, dessen Funktion vom gewählten Aufnahmeprogramm abhängt. Zudem gibt es eine dedizierte Funktionstaste, der sich eine der 16 Einstelloptionen aus dem Schnellmenü zuweisen lässt.

Für meinen Geschmack hat Sony das NEX-System mit der aktuellen NEX-5R in die richtige Richtung weiterentwickelt. Ich würde die WiFi-Fähigkeiten zwar nicht nutzen, um pausenlos  Bilder ins Web zu schieben – aber die Möglichkeit, die Kamera mit meinem iPhone kontrollieren zu können, finde ich sehr spannend. Spätestens auf der Photokina werde ich das hoffentlich ausprobieren können. Dann wird sich auch zeigen, ob das zweite Multifunktionswählrad die Bedienung so einfach macht, wie ich mir das bei den kleinen NEXen schon immer gewünscht habe.