Posted by on Montag, 7. Oktober 2013 in Blog, Fotografie | Keine Kommentare

Die Anzeichen verdichten sich immer mehr, dass Sony nächste Woche ein Highlight präsentieren wird: Die erste spiegellose Systemkamera mit einem Vollformatsensor (ok, die zweite, rechnet man auch die Leica M in diese Kameraklasse). Bereits seit geraumer Zeit schwirrt sie als „Vollformat-NEX“ durch diverse Gerüchteküchen im Netz.

Ich hatte ja bereits vor einiger Zeit spekuliert, dass Sony eine „Vollformat-NEX“ in der Pipeline haben könnte. Technisch wäre das kein Problem, ist doch bereits heute die Videokamera NEX-VG900 mit Sensor im Kleinbildformat und E-Bajonett ausgestattet. Seit letzter Woche zeichnet sich nun ab, dass diese Kamera in wenigen Tagen das Licht der Öffentlichkeit erblicken wird. Und zwar in zwei Varianten: Als A7 mit 24 Megapixel sowie als A7R mit 36 Megapixel und ohne Tiefpassfilter.

Damit scheint sich Sony von der Bezeichnung NEX zu verabschieden – wie auch schon bei der A3000, die eine NEX im DSLR-Gewand ist. Das Outfit der A7 und A7R soll dagegen der kompakten Linie treu bleiben. Gemunkelt wird von einem Gehäusedesign ähnlich der Cyber-shot 1R, jedoch mit einem fest eingebauten elektronischen Sucher, der einen typischen Buckel auf der Oberseite bildet. Bilder von der A7 oder A7R sind allerdings noch keine aufgetaucht. Wie die Kameras tatsächlich aussehen werden, bleibt weiterhin im Dunkeln.

Mit dem Gehäusedesign scheint festzustehen, dass A7 und A7R keinen Bildstabilisator per Sensorshift an Bord haben werden. Sony hat bereits bei Markteinführung des NEX-Systems darauf hingewiesen, dass dies aufgrund des geringen Auflagenmaßes und der damit einher gehenden Enge im Gehäuse nicht möglich sei. Eine kleine Überraschung halte ich aber noch für möglich – schließlich gelingt es Olympus ja auch, einen stabilisierten Sensor im schlanken Gehäuse der PENs unterzubringen. Sollte die ausbleiben, wird man weiterhin auf einen optischen Bildstabilisator im Objektiv angewiesen bleiben.

Ziemlich sicher zeigen sich die Auguren im Netz bei der Frage nach der Autofokus-Technik der A7 und A7R: Die A7 soll mit einem Phasen-AF direkt auf dem Bildsensor aufwarten, die A7R dagegen nicht. Dass die A7R auf einen Phasen-AF per 36-Megapixel-Sensor verzichtet, halte ich für plausibel: Dieser Sensor wird meiner Einschätzung nach sehr große Ähnlichkeiten mit dem Bildwandler der Nikon D800E aufweisen – und der hat auch keinen Phasen-AF.

Eine Frage wird in den Gerüchteküchen kaum gestellt, geschweige denn beantwortet: Welche Objektive sollen an die A7 und A7R? Bislang hat Sony nicht ein einziges E-Mount-Objektiv im Angebot, das für den Bildkreis eines Kleinbildsensors geeignet wäre. Der Videokamera NEX-VG900 liegt daher der Adapter LA-EA3 bei, mit dem sich A-Mount-Objektive ans E-Bajonett der Kamera adaptieren lassen. Kleiner Schönheitsfehler dieser Lösung: Der Autofokus funktioniert dabei nicht.

Für mich steht daher außer Frage, dass Sony die neuen Spiegellosen gemeinsam mit ein, zwei E-Mount-Vollformatobjektiven präsentieren wird. Andernfalls wären A7 und A7R Könige ohne Land. Für einen durchschlagenden Erfolg der High-End-Spiegellosen wäre es zudem wichtig, dass sich A-Mount-Objektive ohne allzu große Einschränkungen adaptieren lassen. Denn das war ja bisher eines der Erfolgsrezepte des A-Bajonetts: Dass selbst ein 1985 eingeführtes Minolta-Objektiv noch heute an einer aktuellen Alpha funktioniert.

Jetzt heißt es also warten, ob Sony in den kommenden Tagen tatsächlich die A7 und A7R enthüllen wird.  Gut möglich, dass auch eine RX10 im Rampenlicht stehen wird. Die hätte dann einen APS-C-Sensor und hoffentlich ein lichtstarkes Standardzoom.