Posted by on Mittwoch, 16. Oktober 2013 in Blog, Fotografie | 9 Kommentare

Die Katze ist aus dem Sack. Heute präsentiert Sony drei brandneue Kameramodelle: Die A7/A7R und die RX10. Die A7 und die A7R sind spiegellosen Systemkameras mit Vollformatsensor. Die RX10 lässt dagegen die Tradition der Bridge-Kameras wieder aufleben, mit einem Objektiv 24-200/2.8 und 1-Zoll-Sensor. Während über das Duo A7 und A7R bereits einiges durchgesickert ist, ist Sony mit der RX10 ein echter Coup gelungen.

Inzwischen sind die Informationen zu den Neuerungen frei verfügbar und werden wohl in den kommenden Stunden das Netz fluten. Ich beschränke mich daher hier auf das Wesentliche und möchte vor allem Bilder sprechen lassen.

Obwohl A7 und A7R das ∝-Symbol tragen, basieren beide Kameras auf dem E-Bajonett, das Sony 2010 mit der NEX-Linie eingeführt hat. Es sind also reinrassige spiegellose Systemkameras, allerdings mit einem Kleinbildsensor. A7 und A7R unterscheiden sich vor allem beim Bildwandler (und daraus resultierend im Preis):

A7 A7R
Auflösung 6000 x 4000 px
(24 Megapixel)
7360 x 4912 px
(36 Megapixel)
AF-System Kontrast- und On-Sensor-
Phasen-AF
Kontrast-AF
Preis 1499 Euro
1800 Euro im Kit mitObjektiv 28-70/3.5-5.6
2099 Euro

 

Bewahrheitet haben sich auch die Gerüchte, dass die A7/A7R äußerlich viel Gemeinsamkeiten mit der RX1 haben. Anders als die kompakte RX1 sind aber die A7-Zwillinge mit einem elektronischen Sucher ausgestattet. Er löst mit 2,4 Millionen dots sehr fein auf. Mit dem A7-Gespann führt Sony übrigens eine Neuerung beim AF-System ein: die Augenerkennung. Sie soll bei Portrait-Aufnahmen die Schärfe zuverlässig auf dem Auge halten.

Ich erspare mir hier die Auflistung all der vielen technischen Daten. Eines finde ich aber derart eindrucksvoll, dass ich es herausstellen möchte: das leichte Gewicht der A7. Inklusive Akku und Speicherkarte (aber ohne Objektiv) drückt sie gerade einmal 465 Gramm auf die Waage. Damit ist die A7 nicht nur die derzeit günstigste Vollformat-Kamera, sondern auch bei Weitem die leichteste.

Zeitgleich mit der Präsentation der A7 und A7R kündigt Sony fünf Vollformat-Objektive mit E-Bajonett an:

  • Zeiss Sonnar T* FE 35 mm F2,8 ZA / 800 Euro
  • Zeiss Sonnar T* FE 55 mm F1,8 ZA / 1000 Euro
  • Zeiss Vario-Tessar T* FE 24 – 70 mm F4 ZA OSS / 1200 Euro, ab Januar 2014
  • Sony FE 28 – 70 mm F3,5 – 5,6 OSS (nur im Kit mit der A7 erhältlich)
  • Sony FE 70 – 200 mm F4 G OSS / Preis steht nicht fest, ab Frühjahr 2014 erhältlich

Auf den ersten Blick ist das Angebot an Vollformat-Objektiven für E-Mount noch recht dünn. Aber Sony hat auch einen neuen Adapter angekündigt, mit dem sich A-Mount-Objekte an der A7/A7R verwenden lassen – den LA-EA4. Er bringt ein klassisches Phasen-AF-Modul mit (SLT-Technik) und kostet rund 350 Euro. Schön sieht die A7 damit zwar nicht aus, aber es wird funktionieren.

So spannend die A7/A7R sein mögen – der wahre Knüller ist für mich die RX10. Eine All-In-One-Kamera deren Zoom-Objektiv bei durchgehender Lichtstärke von f2.8 den sehr praxistauglichen Brennweitenbereich von 24 bis 200 Millimeter abdeckt. Und das alles in einem bemerkenswert kompakten Pakete (Gewicht: 813 Gramm, betriebsbereit) zu einem Preis von 1200 Euro. Die RX10 ist übrigens nicht nur technisch ganz nach meinem Geschmack sondern auch von ihrem Design her.

Von der RX100 II übernimmt die RX10 übrigens den formidablen 1-Zoll-Sensor. Der liefert bei der RX100 II bis hinauf zu ISO 3200 eine pieksaubere Bildqualität – da braucht man eigentlich keine DSLR-Kamera mit APS-C-Sensor mehr.