Posted by on Dienstag, 22. Oktober 2013 in Blog, Fotografie | 83 Kommentare

Letzte Woche hat Sony mit der A7/A7R nicht nur die erste spiegellose Systemkamera mit Vollformatsensor vorgestellt, sondern auch die RX10 präsentiert. Doch im Trubel um die A7 ist etwas untergegangen, dass die Bridgekamera RX10 ebenfalls einem sehr innovativen Konzept folgt. Ich hatte bereits die Gelegenheit, mit der RX10 zu fotografieren. Hier meinen ersten Eindruck zu dieser Kamera – und ein paar Gedanken zu der Frage, ob die RX10 nicht einen größeren Sensor verdient hätte.

Die Sony RX10 (die Bezeichnung „Cyber-shot“ unterschlägt sony.net) ist eine reinrassige Bridgekamera. Das heißt: Sie wartet mit Funktionen auf, die man von einer DSLR erwarten würde, Handling und Design entsprechen ebenfalls eher einer DSLR als einer Kompaktkamera. Von einer DSLR unterscheidet sich die RX10 aber durch ihr fest verbautes Zoomobjektiv Carl Zeiss Vario-Sonnar T* 24-200/f2.8, zur Bildkontrolle dient ein elektronischer Sucher.

DSC-RX10-Objektiv

Sony hat die RX10 mit dem edlen Objektiv Carl Zeiss Vario-Sonnar T* 24-200/f2.8 ausgestattet.

Sony greift mit der RX10 eine Entwicklung auf, die Anbieter von DSLRs schon seit Längerem beobachten: Immer weniger Käufer einer DSLR wechseln das Objektiv. Stattdessen bleibt das einmal erworbene Kit-Objektiv dauerhaft auf der Kamera, bestenfalls wird die DSLR noch für immer mit einem Super-Zoom ausgestattet. Ein namhafter Kamerahersteller (ein wirklich namhafter, den ich hier aber nicht nennen möchte) schätzt, dass heute nur noch jeder zweite Besitzer einer DSLR auch noch wenigstens ein Wechselobjektiv bereithält.

Wenn derart viele Fotografen den Objektivwechsel als lästig empfinden, ist es da nicht konsequent, dass Sony eine Kamera baut, bei der das nicht mehr nötig ist? Herausgekommen ist dabei die RX10 mit dem Objektiv Carl Zeiss Vario-Sonnar T* 24-200/f2.8. Die RX10 sieht aus wie eine sehr kompakte DSLR und lässt sich auch in etwa so bedienen – allerdings hat sie aus Sicht einiger Foto-Enthusiasten einen gravierenden Nachteil: Die RX10 basiert auf einem Sensor im 1-Zoll-Format, ihr Bildwandler ist damit deutlich kleiner als ein APS-C- oder gar Vollformat-Sensor. Doch ist das in der Praxis wirklich ein schwerwiegender Nachteil? Ich will hier einmal versuchen, die Vor- und Nachteile dieses Kamerakonzepts mit seinem relativ kleinen Sensor zu beleuchten.

Handling und Design

Betriebsbereit wiegt die RX10 gerade einmal knapp über 800 Gramm – so leicht ist kaum eine DSLR bestückt mit einem Zoomobjektiv. Schon gar nicht mit einem Zoom, das bezogen auf Kleinbild einen Brennweitenbereich von 24 bis 200 Millimeter abdeckt – und das bei durchgehender Lichtstärke von f2.8! Mir ist kein 8,3-faches Zoomobjektiv bekannt, das so lichtstark ist; derart potente Objektive zoomen bestenfalls ca. 3,5-fach. Möchte man einen möglichst weiten Brennweitenbereich mit einem Wechselobjektiv an seiner DSLR abdecken, geht das immer zu Lasten der Lichtstärke. Bezogen auf den Brennweitenbereich kommt das Canon EF-S 18-135/f3.5-5.6 IS STM der Optik der RX10 noch am nächsten. Aber es ist deutlich lichtschwächer (vor allem im Telebereich) und wiegt alleine mit 480 Gramm schon mehr als die Hälfte der RX10. Natürlich lässt sich auch eine ausgewachsene DSLR mit Objektiven bestücken, die den Brennweitenbereich der RX10 bei f2.8 abdecken. Doch packe ich meine A99 zusammen mit dem Carl Zeiss 24-70/f2.8 sowie dem Sony G 70-200/f2.8 in die Fototasche, schleppe ich weit über drei Kilo mit mir herum. Gar nicht davon zu reden, wie viele RX10 ich mir zum Preis allein der beiden Objektive kaufen könnte.

DSC-RX10-Back

Die RX10 bietet viele dediziere Bedienlemente. Das beste daran: Sieben von ihnen lassen sich mit Funktionen der Wahl belegen.

Dass die RX10 derart leicht und kompakt ist, hat sie vor allem ihrem 1-Zoll-Sensor zu verdanken. Denn je kleiner der Bildkreis ist, den ein Objektiv ausleuchten muss, desto kleiner kann auch dessen Durchmesser ausfallen. Wer jetzt fürchtet, dass die RX10 schon zu klein geraten ist, den kann ich beruhigen: Die Kamera bedient sich wie eine ausgewachsene DSLR. Besonders gut hat mir gefallen, dass Sony die RX10 mit einem klassischen Blendenring ausgestattet hat. Er rastet nicht nur, wie von einem herkömmlichen Blendenring gewohnt; nein, die Rasterung lässt sich auch aufheben – ein kleines, aber pfiffiges Detail. Wie bei einem DSLR-Objektiv ist auch die Optik der RX10 mit einem Zoomring versehen. Er überträgt die Drehbewegungen zwar in Form von Steuersignalen, aber das funktioniert sehr direkt, schon fast wie bei einem mechanischen Zoom. Wer von seiner Kompaktkamera eine Zoomwippe gewohnt ist, findet diese ebenfalls an der RX10 – Zoomfahrten beim Videodreh gelingen damit meiner Erfahrung deutlich gleichmäßiger als mit einem Ring am Objektiv.

Sehr schön auch, dass Sony der RX10 ein dediziertes Rad zur Belichtungskorrektur spendiert hat, ganz wie bei der RX1 und jetzt auch bei der A7/A7R. Und ganz wie bei einer ausgewachsenen DSLR gibt es auf der Top-Platte ein Statusdisplay, das schnell über die wichtigsten Kameraeinstellungen informiert. Ansonsten setzt Sony bei der Bedienung der RX10 auf frei konfigurierbare Tasten und Schalter sowie ein sehr übersichtliches Schnellmenü – ähnlich wie bei der RX100 II auch. Insgesamt gibt es sieben Bedienelemente die mit einer von über 40 Funktionen belegt werden können – die RX10 passt sich dem Fotografen an wie ein Maßanzug. Auf dem Programmwählrad finden sich aber auch zwei Vollautomatiken, bei der die Kamera wirklich alles selbst übernimmt. Kurzum, das Bedienkonzept würde jeder DSLR gut zu Gesichte stehen – da hat Sony an nichts gespart.

DSC-RX10-Top

Den Blendenring finde ich richtig klasse. Ebenso das Rad zur Belichtungskorrektur.

Beim Sucher geht die RX10 einen ganz eigenen Weg – das Sucherbild erzeugt sie rein elektronisch. Der EVF macht auf mich einen wirklich guten Eindruck. Er ist zwar nicht ganz so groß wie bei meiner A99 und damit der A7/A7R, aber ebenso hell, kontrastreich und praktisch frei von Schlieren, sobald die Kamera gezogen wird. Besonders angetan bin ich davon, dass Sony die Austrittspupille des EVF auf üppige 23 Millimeter Augabstand berechnet hat. Da kann ich selbst mit meiner Brille das gesamte Sucherbild mühelos überblicken. Bei der NEX-6 lag die Austrittspupille mit 17 Millimetern deutlich näher am Auge, mit Brille kam ich da nicht nahe genug heran. Einzig in sehr heller Umgebung, etwa zur Mittagszeit auf einem Berggipfel, ist der EVF zu dunkel – das kann ein guter, alter optischer Sucher besser. Dafür spielt die RX10 in dunkler Umgebung (wie am Stammtisch eines bayrischen Wirtshauses) seine Überlegenheit aus: Jetzt hellt ihr EVF das Sucherbild angenehm auf und zwar ohne dabei sichtbar zu rauschen. Ich habe schon beim EVF meiner A99 kaum noch den Wunsch nach einem alten Prismensucher gehegt, das gilt auch für die RX10 – wenngleich ihr Sucherbild einen Tick kleiner ist.

Alles in allem kann die RX10 für meinen Geschmack in Sachen „Bedienung und Handling“ einer herkömmlichen DSLR wirklich das Wasser reichen. Das aber bei einem insgesamt deutlich kleinerem Package und niedrigerem Gewicht. Vorteile, die nicht von der Hand zu weisen sind, denn: Die schlechteste Kamera ist die, die zuhause im Schrank liegt, weil sie mal wieder zu schwer war.

Sensor und Objektiv

Also gut, leicht und handlich ist die RX10 also – aber eben nur, weil sie auch mit einem vergleichsweise kleinen 1-Zoll-Sensor ausgestattet ist. Kann das gut gehen? Denn eine alte Weisheit lautet ja: Im Sinne der Bildqualität ist Sensorfläche durch nichts zu ersetzen. Ergo müsste man bei der RX10 deutliche Abstriche bei der Bildqualität hinnehmen.

Rechts: Bei herkömmlichen Sensordesign muss sich das Licht erst einen Weg durch die Verdrahtung bahnen. Links: Bei BSI-Sensoren wandert die Verdrahtung nach hinten, die Ausbeute der lichtempfindlichen Schicht ist größer.

Links: Bei herkömmlichen Sensordesign muss sich das Licht erst einen Weg durch die Verdrahtung bahnen.
Rechts: Bei BSI-Sensoren wandert die Verdrahtung nach hinten, die Ausbeute der lichtempfindlichen Schicht ist größer.

Schon rein technisch betrachtet stimmt der Spruch von der Sensorgröße heute so nicht mehr. Das ist ähnlich wie im Motorenbau, wo längst Downsizing angesagt ist. Denn: Die Bildqualität wird auch von der Bauart des Sensors bestimmt. Sony führt den Bildwandler der RX10 wie schon bei der RX100 II in BSI-Bauart aus. Hier liegen die Leiterbahnen nicht wie üblich vor den lichtempfindlichen Photodioden, sondern auf deren Rückseite. Derselbe BSI-Sensor steckt übrigens auch in der RX100 II, eine Kamera, mit der ich seit rund vier Monaten eifrig fotografiere. Aktuell habe ich eine Canon EOS 70D zum Test da und würde sagen: Bis etwa ISO 3200 sind das Rauschverhalten und die Detailwiedergabe meiner RX100 II dieser DSLR annähernd ebenbürtig. Erst falls noch höhere ISO-Einstellungen nötig werden, spielt der größere Sensor der Canon seine Vorteile sichtbar aus.

Das gilt allerdings nur, wenn ich RAW-Aufnahmen beider Kameras direkt in Lightroom vergleiche. Nehme ich hingegen JPEG-Dateien, kann die RX10 fast bis ISO 6400 mit der APS-C-DSLR mithalten. Sony hat die RX10 mit demselben neuen „Bionz X“-Prozessor ausgestattet, der auch in der A7/A7R werkelt. Dieser Bildprozessor ist derart potent, dass er selbst eine kontextsensitive Rauschunterdrückung „on the fly“ erledigt. Kontextsensitiv heißt hier: Die Rauschunterdrückung der RX10 packt in flächigen Bildbereichen (etwa einem Himmel zur blauen Stunde) kräftig zu, entlang von Kontrastkanten geht sie aber deutlich behutsamer zu Werke.

Soweit die technischen Aspekte. Geht es um die Bildgestaltung, bringt die RX10 mit ihrem kleineren Sensor einen weiteren Vorteil ins Spiel: Die Kamera mit dem 1-Zoll-Bildwandler muss deutlich weniger weit abgeblendet werden, um dieselbe Tiefenschärfe zu erzielen wie eine Kamera mit größerem Sensor. Die RX10 erfasst nämlich bei f2.8 dieselbe Tiefenschärfe wie meine A99 mit Vollformat-Sensor bei ca. f8 (genau: f7.56). Wenn ich also mit der RX10 und der A99 bei identischer Belichtungszeit im schummrigen Licht fotografiere, liefert mir die RX10 bei f2.8 und ISO 1600 annährend dieselbe Tiefenschärfe, wie die A99 bei ISO 12.800 und f8! Und bei einer APS-C-Kamera wären immer noch ISO 6400 nötig, wo der RX10 ISO 1200 reichen.

RX10-Beispielaufnahme

Der relativ kleine Sensor beschränkt das Freistellungspotential. Doch bei Offenblende und längster Brennweite lässt sich das Hauptmotiv durchaus vom Hintergrund lösen.

Dass der kleine Sensor eine derart große Tiefenschärfe abbildet, hat noch einen weiteren Vorteil: Für Makro-Aufnahmen muss deutlich weniger abgeblendet werden, als bei einer APS-C- oder gar Vollformatkamera. Daraus ergibt sich, dass die RX10 auch bei Fotos von Insekten oder kleinen Blüten deutlich kürzere Belichtungszeiten und/oder geringer ISO-Zahlen benötigt als ein Vollformat-Bolide. Übrigens ein zunächst rein theoretischer Vorteil, den die RX10 jedoch auch in einen praktischen ummünzen kann: Bei 200 Millimeter Brennweite beträgt die kürzeste Fokusdistanz, die die RX10 einstellen kann, nur 30 Zentimeter. Daraus resultiert ein maximaler Abbildungsmaßstab von 1:3,8. Mit der RX10 lässt sich also ein Schmetterling oder eine kleine Blüte formatfüllend einfangen.

Die Kehrseite der Medaille ist jedoch: Ein scharfes Hauptmotiv kann die RX10 nicht wirklich gut von einem unscharfen Hintergrund lösen – ein Tribut an große Tiefenschärfe bereits bei Offenblende. Und es gesellt sich ja noch das Problem hinzu, dass bei sehr hellem Umgebungslicht mit Blende f2.8 hier und da keine korrekt belichteten Aufnahmen möglich sind (zumal die kürzest mögliche Belichtungszeit der RX10 mit 1/3200 s etwas lang ist, bei f2.8 steuert sie sogar nur 1/1600 s). Aber auch an dieses Problem hat Sony gedacht: Bei der RX10 lässt sich ein Neutralgrau-Filter in den Strahlengang schwenken, der das Licht um drei Blendenstufen dämpft. Dann verhält sich Blende f2.8 belichtungstechnisch wie f8, die Tiefenschärfe ändert sich jedoch nicht.

Der Neutralgrau-Filter hilft zudem bei der Lösung eines weiteren Problems: Bedingt durch den kleinen Sensor, dürfte die optimale Blende der RX10 schon bei ungefähr f4 erreicht sein. Wird weiter abgeblendet, nimmt zwar die Tiefenschärfe zu, insgesamt geht die Abbildungsschärfe jedoch zurück. Verantwortlich dafür sind Beugungseffekte, die sich mit zunehmender Blendenzahl immer stärker bemerkbar machen. Für mich spielt Beugungsunschärfe in der fotografischen Praxis allerdings keine große Rolle – wenn ich eine große Tiefenschärfe benötige, blende ich ganz unbekümmert entsprechend weit ab und schärfe dann die RAWs in Lightroom entsprechend kräftiger nach. Sony hat aber auch an Fotografen gedacht, die lieber in JPEG aufzeichnen: Die Bildaufbereitung berücksichtigt die bei der Aufnahme eingestellte Blendenzahl und schärft bei kleiner Blende entsprechend stärker nach. Wie gut die Ergebnisse sind, kann ich noch nicht sagen – aber immerhin haben die Ingenieure bei Sony das Problem „Beugungsunschärfe“ nicht einfach ignoriert.

Sieht man einmal davon ab, dass die RX10 keine knappe Tiefenschärfe abbilden kann, bietet ihr kleiner Sensor bei der Bildgestaltung keinesfalls weniger Möglichkeiten als eine DSLR. Wie aber sieht’s mit der Geschwindigkeit des Autofokus aus? Die RX10 ermittelt die korrekte Fokuseinstellung per Kontrastmessung direkt auf dem Bildsensor – ein sehr genaues aber im Prinzip auch langsames Verfahren. DSLRs setzen dagegen auf einen Autofokus, der nach dem Phasenvergleichsverfahren arbeitet, das theoretisch deutlich schneller ist als ein Kontrast-AF. Doch wie grau alle Theorie ist, zeigen zum Beispiel die jüngsten spiegellosen Systemkameras von Panasonic und Olympus, die ebenfalls mit einem Kontrast-AF arbeiten. Bei ihnen ermittelt das Testlabor von digitalkamera.de regelmäßig derart kurze Fokuszeiten, wie sie nur von High-End-DSLRs unterboten werden.

Panasonic und Olympus erreichen den sehr schnellen Autofokus unter anderem durch schiere Rechenleistung des Kamera-Prozessors. Und Sony? Die RX10 ist jedenfalls mit dem neuen „Bionz X“-Prozessor ausgestattet, der auch in der A7/A7R arbeitet. Zudem ist das Objektiv der RX10 so konstruiert, dass seine AF-Einheit nur sehr kurze Wege zurücklegen muss. Beide Maßnahmen führen dazu, dass sich der AF der RX10 schnell anfühlt. Wie schnell er wirklich ist, kann ich natürlich nach meinem kurzen Praxistest noch nicht sagen. Da bin ich jetzt sehr gespannt, welche Werte das Testlabor von digitalkamera.de ermitteln wird.

DSC-RX10-AF-Schema

Sonys Maßnahme für einen schnellen AF: Die für den Fokus zuständigen Linsengruppen müssen bei der RX10 nur einen kurzen Weg zurücklegen.

Das fest verbaute Objektive beschert der RX10 noch einen weiteren Vorteil gegenüber einer DSLR: Sie kann das Blitzlicht mit deutlich geringen Belichtungszeiten synchronisieren. Die RX1 synchronisiert das Blitzlicht bis zur kürzesten möglichen Verschlusszeit von 1/3200 s. Leider macht Sony keine entsprechenden Angaben zur RX10. Da sie aber ebenfalls mit einem Zentralverschluss ausgestattet ist, wird sie deutlich kürzere Blitzsynchronzeiten steuern, als die bei DSLRs üblichen 1/250 s. Das bedeutet: Auch bei kurzen Verschlusszeiten steht die gesamte Leistung eines Blitzgerätes zur Verfügung, der stark leistungsmindernde HSS-Modus wird bei der RX10 nicht nötig.

Zu guter Letzt hat die RX10 jeder Kamera mit Wechselobjektiv einen weiteren Vorteil voraus: Bei ihr können Objektiv und Sensor optimal aufeinander abgestimmt werden. Und natürlich die interne Bildaufbereitung, wenn es darum geht, Abbildungsfehler wie Vignettierung oder Verzeichnung herauszurechnen. Aber ich denke, in dieser Hinsicht wird der „Bionz X“-Prozessor der RX10 nicht sonderlich viel Arbeit bekommen: Schließlich ist die RX10 ist mit einem Objektiv ausgestattet, das auf den klangvollen Namen Carl Zeiss Vario-Sonnar T*hört. Nicht nur im Kosmos von Sony steht der Name Carl Zeiss für Objektive von allerhöchster Güte – ich denke nicht, dass Sony diesen guten Ruf mit der Optik der RX10 verspielen möchte.

Mein Fazit

Hätte die RX10 einen größeren Sensor verdient? Für meinen Geschmack ganz klar „Nein“. Mit einem Sensor im APC-Format wäre die RX10 größer, schwerer und teurer geworden. Ich finde die RX10 gerade deshalb so spannend, weil Sony hier wirklich feine Technik zu einem kleinen, leichten Paket zusammengeschnürt hat. Bezogen aufs Gewicht dürfte derzeit keine andere Kamera eine derart runde Gesamtleistung abliefern wie die RX10. Wer auf eine äußerst knappe Tiefenschärfe verzichten kann, mit einem Brennweitenbereich von 24 bis 200 Millimeter bestens bedient ist und nicht ständig bei ISO 3200 oder noch höherer Empfindlichkeit fotografiert, kann seine DSLR gerne durch die RX10 ersetzen. Oder sie ihr als „Immer-dabei-Kamera“ zur Seite stellen. So würde ich es machen, wenn ich nicht bereits die RX100 II hätte. Die hat für mich gegenüber der RX10 einen unschätzbaren Vorteil: Sie passt in die Hosentasche.