Posted by on Sonntag, 17. November 2013 in Blog, Fotografie | Keine Kommentare

Gestern hatte ich die sehr spannende Gelegenheit, dem Fine-Art-Fotografen Andy Schulz mit Tat und Rat bei einem Model-Shooting zur Seite zu stehen. Spannend war das für mich vor allem deshalb, weil Andy sich entschieden hat, sein schon länger geplantes Foto mit der A7R zu produzieren. Abgesehen von einer Kleinigkeit, hat die A7R den sehr anspruchsvollen Job mit Bravour gemeistert.

Andy Schulz produziert vor allem großformartige Fotografien, bevorzugt mit analogen oder digitalen Mittelformatkameras. An der A7R reizt ihn die Tatsache, dass Sony hier einen Sensor im Kleinbildformat mit einer Auflösung von 36 Megapixel in ein sehr kompaktes Gehäuse gepackt hat. 

Bei der Fotografie, die Andy gestern produziert hat, ging es darum, ein Model zur Blauen Stunde mit der Skyline Münchens im Hintergrund aufzunehmen. Ausgeleuchtet wurde mit 3 x 500 Ws. Problem dabei: Im Vergleich zum Hintergrund war das Blitzlicht naturgemäß deutlich heller. Da musste dann eine recht lange Belichtungszeit von um die 1/25 s gesteuert werden, um noch ausreichend Umgebungs-/Hintergrundlicht mit einzubeziehen. Andy hat hauptsächlich das Sonnar T* FE 55 mm F1.8 ZA verwendet, das leider nicht stabilisiert ist. Und so musste ein Einbeinstativ die Kamera stabilisieren, was bisweilen etwas umständlich und unbequem war.

In der schummrigen Umgebung stieß zudem der Autofokus der A7R  das eine oder andere Mal an seine Grenzen. Er konnte einfach sein Ziel nicht finden und irrte dann pumpend um die gewünschte Fokusentfernung herum. Kein allzu großes Problem indes, da sich die A7R dank Fokus-Peaking auch prima manuell scharf stellen lässt. Spannend wäre da ein Vergleich mit der A7 gewesen, deren AF ja auf Phasenvergleichssensoren auf dem Bildwandler zurückgreifen kann. 

Deutlich sicherer zeigte sich das AF-Modul des Adapters LA-EA4, über den wir ein Varia Sonnar 24 – 70 mm F2.8 an die A7R adaptiert haben.  

Klar ist auch, dass die A7R für einen professionellen Fotografen viel zu viele Optionen, Einstellmöglichkeiten und Automatiken bietet. An sich wäre das ja noch keine Beinbruch, wenn darunter nicht die Übersichtlichkeit der Menüs leiden würde. Vielleicht bringt Sony ja auch einmal so etwas wie die „My Menü”-Funktion bei Nikon. Also die Möglichkeit, sich ein völlig individuelles Menü zusammenstellen zu können, in das der Fotograf genau die Befehle aufnimmt, die er tatsächlich benötigt. Immerhin gibt es aber bei der A7/A7R zwei Speicherplätze für individuelle Kamerakonfigurationen. Sind die einmal definiert, lassen sich die Kameras schnell in den gewünschten Zustand versetzen.

Für mich war es ein ganz schönes Wagnis, sich für diese Produktion für eine Kamera zu entscheiden, die weder Andy noch ich bereits aus dem FF gekannt haben. Ich hatte die A7R erst zwei Tage zuvor bekommen, bis auf die Pike konnte ich sie da naturgemäß noch nicht kennenlernen. Doch letztlich habe ich in der Hektik nur eine Funktion nicht gefunden, die Andy arg genervt hat: Die Fokuslupe. Sie ist nämlich standardmäßig eingeschaltet, was vielleicht nicht Jedermanns Sache ist. Inzwischen weiß ich allerdings, wie sie sich deaktivieren lässt: Mit Setup 1 > MF-Unterstützung > Aus.

Die Aufnahmen habe ich übrigens noch nicht gesehen, dazu wird es erst morgen kommen. Aus rechtlichen Gründen werde ich allerdings keine Bilder hier zeigen können. Aber mal sehen – vielleicht werde ich wenigstens über meinen Eindruck (der Bildqualität) schreiben.