Posted by on Dienstag, 7. Januar 2014 in Blog, Fotografie | 2 Kommentare

Seit gut zwei Wochen habe ich meine A7 um den Hochformatgriff VG-C1EM erweitert. Grund für die Anschaffung war vor allem die recht kurze Akkulaufzeit der Kamera. Der VG-C1EM nimmt gleich zwei Akkus, wodurch sich die Laufzeit nahezu verdoppelt. Zudem habe ich mich einfach an einen Hochformatgriff gewöhnt – mit meiner A99 bin ich praktisch nie ohne unterwegs. Doch lohnt sich dessen Anschaffung auch für die sehr handliche A7?

Seit den Zeiten meiner Alpha 700 bin ich ein Freund des passenden Hochformatgriffs. Nicht nur, dass er zwei Akkus aufnimmt und so die Laufzeit praktisch verdoppelt. Mit dem zusätzlichen Gewicht wird die Kamera auch wesentlich besser ausbalanciert, wenn einmal eine schwere Optik angesetzt ist. Und natürlich spielt er seine Vorteile bei Hochformataufnahmen aus: Die rechte Hand muss nicht unnatürlich stark abgewinkelt werden, meine A99 mit dem VG-C99AM liegt im Hochformat genauso gut in der Hand wie im Querformat. Dazu trägt auch bei, dass Sony die Griffe für die Alphas im Prinzip genauso geformt hat wie die rechte Seite der Kamera. Klar, der Griff erhöht das Gewicht der Kamera spürbar. Dafür hat er eine Lasche, über die sich eine Handschlaufe anbringen lässt. Auf meiner Handschlaufe steht noch Minolta – macht nichts, damit trage ich die A99 sicher in einer Hand.

Bildunterschrift

Ausgestattet mit dem VG-C1EM wächst das Volumen der Kamera beträchtlich.

Da lag es also nahe, mir auch für die A7 den passenden Griff VG-C1EM zu besorgen. Das Design passt bestens zur handlichen A7 oder A7R, die Griffwulst ist deutlich schlanker als an der Kamera. Das lässt die Kombination angenehm leicht erscheinen. Dabei hat die deutlich schlankere Griffwulst durchaus auch eine praktische Bedeutung, man merkt man erst, wenn der A-Mount-Adapter LA-EA4 an die A7 angesetzt ist. Er lädt derart weit nach unten aus, dass bei einer breiteren Wulst kein Platz mehr für Finger wäre.

Die Kehrseite dieses Designs: Während beim  VG-C99AM für die A99 der Zeigefinger ganz automatisch auf dem Auslöser zu liegen kommt, hat Sony ihn beim Griff für die A7 irgendwo oben auf der Topfläche angeordnet. Aber auch die Einstellräder sind beim VG-C1EM längst nicht so ergonomisch angeordnet wie beim VG-C99AM. Das Daumenrad liegt in einer tiefen Mulde, das Frontrad rückt zu weit vom Zeigefinger weg. Hinzu kommt: Während der VG-C99AM alle wichtigen Bedienelemente der Kamera wiederholt, fehlt beim  VG-C1EM der Einstellring. Zugegeben, ein Beinbruch ist das nicht – der Einstellring der Kamera lässt sich auch mit Griff noch einigermaßen bequem erreichen.

Für das Rad zur Belichtungskorrektur fand sich übrigens kein Platz mehr am VG-C1EM. Ein Beinbruch ist das aber nicht, denn für die Belichtungskorrektur lässt sich eines der beiden Einstellräder einrichten. Ich betreibe meine Kameras zu 90 Prozent im Modus A (Zeitautomatik). Dann stelle ich mit dem vorderen Einstellrad die Blende ein, bei meiner A99 dient das Daumenrad der Belichtungskorrektur. Das lässt sich auch an der A7 einrichten: Dazu ruft ihr diese Befehlsfolge auf: MENU > Benutzereinstellungen > 6 > Regler Ev-Korrektur > Regler hinten.

Größtes Plus des Hochformatgriffs: Er nimmt zwei Akkus auf und verdoppelt damit die Reichweite nahezu.

Größtes Plus des Hochformatgriffs: Er nimmt zwei Akkus auf und verdoppelt damit die Reichweite nahezu.

Unterm Strich finde ich den Hochformatgriff für die A7 nicht ganz so praktisch wie den für die A99. Er macht aus der von Haus aus eher handlichen A7 zwar kein Monstrum, vergrößert ihr Volumen aber schon spürbar. Vor allem aber gefällt mir die Ergonomie des VG-C1EM nicht so gut wie die des VG-C99AM. In Zukunft werde ich meine A7 wohl nur noch dann mit dem Hochformatgriff bestücken, wenn ich schwere Objektive via LA-EA4 adaptiere. Habe ich dagegen FE-Objektive angesetzt, bleibt der Griff im Schrank. Nur einen frischen Zweitakku darf ich dann nicht vergessen!