Posted by on Mittwoch, 26. Februar 2014 in Blog, Fotografie | 4 Kommentare

Gestern hatte ich Gelegenheit, die Sony A6000 für ein paar Minuten in die Hand zu nehmen. Aufnahmen mit der Kamera waren leider nicht möglich, da es sich noch um ein Vorserienmodell handelt. Dennoch konnte ich bereits ein paar erste, interessante Eindrücke gewinnen.

Die Sony A6000 (oder alpha 6000, ILCE-6000) ersetzt die NEX-6 und NEX-7, sie soll ab ca. Anfang April erhältlich sein. Ihr Gehäuse übernimmt die A6000 weitgehend von der NEX-6, allerdings hat Sony jetzt das Einstellrad auf der Topplatte neben dem Moduswählrad angeordnet. Ein kleine, aber feine Verbesserung – das Einstellrad lässt sich so deutlich leichter bedienen als noch bei der NEX-6, wo es ja unter dem Moduswähler liegt. Liebhaber der der NEX-7 werden vielleicht bei der A6000 die sehr weitreichenden Steuerungsmöglichkeiten via Tri-Navi-Control vermissen, ich zähle nicht dazu. Schade finde ich allerdings, dass sich die A6000 mit einer AEL-Taste bescheidet – bei der NEX-7 ließ sich die Funktion der Taste noch zwischen AF/MF und AEL umschalten.

Bilduntreschrift

Die A6000 gibt es auch in einer teilweise silbernen Variante.

Der elektronische Sucher der A6000 löst mit 1,44 Millionen Punkten nominell deutlich geringer auf als der der NEX-6 (2,36 Mio. dots). Doch Sony betont, dass die Sucheroptik deutlich verbessert wurde, gleich vier asphärische Linsen im Okkular sollen dazu beitragen. Nach meinem ersten Eindruck gibt es am Sucher nichts zu meckern, die geringere Auflösung habe ich nicht wahrgenommen.

Mit der Bezeichnung „NEX“ verabschiedet sich Sony bei der A6000 auch vom häufig gescholtenem Menüsystem der NEX-Familie. Kamera- und Schnellmenü der A6000 entsprechen weitgehend dem der A7, das Schnellmenü weist jetzt zehn frei konfigurierbare Speicherplätze auf. Hinzu kommen eine Reihe frei belegbare Knöpfe und Schalter, ganz ähnlich wie bei der A7. Sony scheint also Menüführung und Bedienkonzept über alle Kameras hinweg zu vereinheitlichen. Ich halte das für eine gute Idee. Wer mehr als eine Systemkamera (oder eine neueres RX-Modell) in seiner Fototasche hat, findet bei jeder Kamera so ziemlich alles am gewohnten Ort.

Menüführung und Bedienung hat Sony ähnlich wie bei der A7 gestaltet.

Menüführung und Bedienung hat Sony ähnlich wie bei der A7 gestaltet.

Unter der Haube der A6000 werkelt der selbe Bionz-X-Prozessor wie auch in der A7. Gepaart mit den 179 Phasen-AF-Zellen auf dem neu entwickelten 24 Megapixel Bildsensor soll das dem Autofokus der A6000 gehörig Dampf machen. Sony verspricht den derzeit schnellsten AF in der Klasse der spiegellosen Systemkameras. So führt die A6000 selbst bei höchster Serienbildrate von atemberaubenden 11 fps den Fokus auf Wunsch kontinuierlich nach. Ausprobieren konnte ich das leider nur ohne Speicherkarte in der Kamera. Dabei machte das AF-System durchaus einen guten Eindruck, beim Schwenk von fern auf nah bricht die Serienbildrate nur für einen Wimpernschlag ein. Während der Aufnahmen irrlichtern die Markierungen für die aktivieren AF-Felder wie wild übers Sucherbild. Das sieht eindrucksvoll aus, sagt aber noch nichts darüber aus, wie sicher und genau die A6000 tatsächlich fokussiert. Da bin ich jetzt schon ganz gespannt auf ein Testgerät aus der Serienproduktion.

Mit AF-A führt Sony bei der A6000 einen neuen Fokusmodus ein. Er schaltet automatisch zwischen AF-S und AF-C um.

Mit AF-A führt Sony bei der A6000 einen in der E-Mount-Klasse neuen Fokusmodus ein. Er schaltet automatisch zwischen AF-S und AF-C um.

Mit dem schnellen Autofokus führt Sony bei der A6000 zudem einen für die NEX-Klasse neuen AF-Modus ein, AF-A. AF-A schaltet automatisch zwischen statischem Autofokus (AF-S) und dynamischem (AF-C) um, sobald die Kamera ein Actionmotiv ausgemacht hat. Wird der Auslöser währenddessen halb durchgedrückt, führt die A6000 die Schärfe auf das Objekt nach, das sie aktuell im Fokus hat. Auch das konnte ich leider nicht richtig ausprobieren, die Funktion klingt aber vielversprechend.

Alles in allem gibt die A6000 auf dem ersten Blicht eine gute Figur ab. Die spiegellose Systemkamera ist schnell, gut ausgestattet und die Bedienung wurde im Vergleich zur NEX-Familie deutlich verbessert.  Ihre Bildqualität wird sicherlich noch etwas besser ausfallen als die der NEX-7, das jedenfalls lassen der neue Bildprozessor und der verbesserte Sensor stark vermuten. Da ist es besonders erfreulich, dass Sony den Preis der A6000 gegenüber der NEX-6 um 100 Euro reduziert hat. Ab Anfang April soll die A6000 für rund 650 Euro (ohne Objektiv; 750 Euro mit E PZ 16-50 mm F3,5-5,6 OSS) erhältlich sein. Neu hinzugekommen ist übrigens eine Variante in Silber und Schwarz, die der eine oder andere vielleicht hübscher findet als den klassischen schwarzen Klotz.

Ausführliche Informationen zur A6000 von Sony gibt es hier.

Ich habe auch noch dieses Video gefunden, dass unter anderem die Leistungsfähigkeit des AF-Systems zeigen soll: