Posted by on Dienstag, 15. April 2014 in Blog, Fotografie | Keine Kommentare

Die Sony A6000 löst die NEX-6 (und auch die NEX-7) ab. Trotz zahlreicher Neuerungen und Verbesserung kostet die A6000 150 Euro weniger als die NEX-6 bei Markteinführung. Wo hat Sony gespart, um den Preis derart drücken zu können?

Die A6000 bietet gegenüber der NEX-6 eine Reihe von Vorteilen: Einen Sensor mit 24 Megapixeln Auflösung (16 Megapixel bei der NEX-6), Serienbildrate von 11 fps inklusive kontinuierlichem Autofokus (NEX-6: 10 fps ohne AF) 179 Phasen-AF-Punkte auf dem Sensor (NEX-6: 99) und eine um ca. 20 Prozent gesteigerte Akkureichweite. Und dennoch ruft Sony für die A6000 eine unverbindliche Preisempfehlung von 649 Euro aus, während die NEX-6 zum Marktstart noch 799 Euro gekostet hat.

Klar, dass Sony da bei der A6000 an einigen Stellen sparen musste. Meistens fallen die Sparmaßnahmen kaum auf – doch dem Rotstift ist leider auch ein wichtiges Ausstattungsmerkmal zum Opfer gefallen.

Gehäuse aus Kunststoff

Das Gehäuse der NEX-6 bestand noch zu einem guten Teil aus Metall, das der A6000 ist komplett aus Kunststoff gefertigt. Doch dieser Kunststoff wirkt recht wertig und robust, insbesondere bei der schwarzen Ausführung der A6000. Für mich geht das Kunststoffgehäuse bei der A6000 voll in Ordnung.

Gespart hat Sony auch bei der Blitzschuhabdeckung, die A6000 wird ohne ausgeliefert. Das machen viele Kamerahersteller so. Mag zwar nicht so schön aussehen, finde ich aber akzeptabel. Wer nicht darauf verzichten kann: die Blitzschuhabdeckung gibt es weiterhin als Zubehör (oder sollte ich sagen »Ersatzteil«?) zu kaufen.

Kleinerer Sucher

Erst beim Blick ins Datenblatt fällt auf: Bei der A6000 hat Sony den elektronischen Sucher abgespeckt. Er zeigt jetzt das Sucherbild nur noch mit 0,7facher Vergrößerung, bei der NEX-6 war es noch 0,73fach. Gleichzeitig sinkt die Auflösung von 2,36 Millionen dots auf 1,44 dots.

Ebenfalls neu: Die A6000 lässt sich via USB vom Rechner aus fernsteuern.

Ebenfalls neu: Die A6000 lässt sich via USB vom Rechner aus fernsteuern.

Im Gegenzug hat Sony allerdings die Optik der Austrittspupille bei der A6000 aufwändiger konstruiert. Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, die Sucher von A6000 und NEX-6 direkt miteinander zu vergleichen. Unterm Strich hat der der A6000 den besseren Eindruck auf mich gemacht. Dass ihr Sucher ein Tick kleiner ist, fällt wirklich nicht auf. Auch die geringere Auflösung macht sich kaum bemerkbar, grob oder gar pixelig wirkt das Sucherbild keineswegs.

Dafür stuft der Sucher der A6000 Helligkeitsunterschiede und Farbnuancen wesentlich besser ab als die NEX-6. Deren Sucher wirkt aufgrund seiner geringeren Dynamik deutlich grobschlächtiger als der der A6000. Ich habe den Sucher der A6000 als deutlich angenehmer empfunden, obwohl er nicht so hoch auflöst.

Der künstliche Horizont ist weg

Eine Sparmaßnahme tut richtig weh – mir zumindest: Bei der A6000 hat Sony die virtuelle Wasserwaage eingespart. Klar, auch der dafür nötige Lagesensor kostet Geld. Aber wirklich so viel, dass er nicht mehr tragbar war?

Am Wochenende hatte ich bei einer kleinen Wanderung die RX100 II in der Hosentasche. Und da hat mir die Wasserwaage sehr geholfen, dass meine Aufnahmen im Lot sind. Gut, die RX100 II hat keinen Sucher, die exakte Bildkontrolle auf dem Display fällt deutlich schwerer. Aber bei der A6000 hat man jetzt nur noch Gitterlinien als Ausrichthilfen.

Am falschen Ende gespart?

Insgesamt gehen für mich die Sparmaßnahmen bei der A6000 in Ordnung. Das Kunststoffgehäuse wirkt keinesfalls billig, der elektronische Sucher gefällt mir trotz im Vergleich zur NeX-6 verringerten Auflösung besser.

Hinzu kommt: Die A6000 kann einiges mehr als die NEX-6. So lässt sie sich zum Beispiel über die USB-Buchse vom PC aus fernsteuern – das konnten bislang nur die Profimodelle von Sony.

Aber dass Sony die elektronische Wasserwaage eingespart hat – das nervt mich doch!