Posted by on Freitag, 11. Juli 2014 in Blog, Lightroom | 2 Kommentare

Inzwischen ist auch Lightroom in der Creative Cloud angekommen. Im Bundle mit dem jüngsten Photoshop CC 2014 gibt es Lightroom im Jahres-Abo für 12,29 Euro monatlich – ein faires Angebot, wie ich finde. Doch was passiert mit meinen Fotos, wenn ich keine Lust mehr auf Lightroom habe und das Software-Abo nicht verlängere? Auf genau diese wichtige Frage hat Adobe nun eine interessante Antwort gegeben.

Seit letztem Jahr hat Adobe praktisch die gesamte Desktop Software im Angebot in die Cloud geschickt. Genauer gesagt: Photoshop & Co. gibt es seither nicht mehr auf einem physikalischen Datenträger für immer und ewig zu kaufen, man abonniert die Software stattdessen. Ist das Abonnement abgelaufen, lässt sich die Software nicht mehr starten. Im Prinzip ja keine ganz so schlechte Idee, denn bei laufendem Software-Abo gibt es automatisch Updates, Photoshop bleibt also stets auf dem aktuellen Stand. In die Röhre guckt bei diesem Modell natürlich, wer mit einer älteren Photoshop-Version durchaus noch leben könnte.

Nach Photoshop wandert nun auch Lightroom in die Cloud. Zwar gibt es Lightroom weiterhin auch noch als klassische Lizenz – dann allerdings ohne die Zusatzfunktionen Lightroom mobile, die Adobe im Frühjahr mit Lightroom 5.4 eingeführt hat. Mit der Vorstellung von Creative Cloud Release 2014 hat Adobe nun festgezurrt, dass es Lightroom und Photoshop CC 2014 dauerhaft für 147,48 Euro jährlich geben wird. Allen Kritikern zum Trotz halte ich das für ein äußerst faires Angebot – früher hat eine Lightroom-Lizenz alleine rund 270 Euro gekostet, Photoshop knapp 1.000 Euro.

Wenn man eine Software nicht abonniert, sondern kauft, kann man sie bis ans Ende aller Tage verwenden (OK, zumindest solange sie sich unter dem aktuellen Betriebssystem noch starten lässt). Das ist im Abo-Modell anders: Wird das Creative-Cloud-Abo gekündigt oder nicht verlängert, starten die gemietete Software nicht mehr. Im Falle von Lightroom wäre das allerdings höchst problematisch. Denn Lightroom ändern ja die Original-Bilddateien (zum Glück) nicht, sondern schreibt alle Änderungen – also Entwicklungseinstellungen – in eine separate Datenbank. Ließe sich Lightroom nach Ablauf des Abos nicht mehr starten, blieben nur noch die Original-RAW- oder -JPEG-Dateien übrig, alle Entwicklungseinstellung wäre verloren.

So ist es zum Glück nicht, wie Tom Hogarty von Adobe im Lightroom Journal bekannt gegeben hat. Wenn das Lightroom-Abo abgelaufen ist, lassen sich lediglich das Entwickeln- und das Karten-Modul nicht mehr aufrufen. Im Klartext: Nach dem Abo-Ende können keine Fotos mehr bearbeitet werden. Alle bearbeiteten Bilder bleiben jedoch erhalten und lassen sich weiterhin verwalten und auch exportieren. Erhalten bleiben auch Diashows und Druckformate. Und weil man weiterhin aufs Bibliothek-Modul zugreifen kann, funktioniert sogar die Ad-hoc-Entwicklung noch.

So schlimm ist das Abo-Modell von Adobe also gar nicht, oder?