Posted by on Mittwoch, 4. März 2015 in Blog, Fotografie | Keine Kommentare

Seit der Photokina 2014 angekündigt, hat Sony sie heute offiziell vorgestellt: Vier neue Objektive für die A7-Familie, plus zwei Weitwinkelkonverter. Darunter ein 10fach-Zoom aber auch Leckerbissen wie das FE 35/1.4 ZA oder das Makroobjektiv FE 90/2.8 Makro G OSS.

Im September 2014 hat Sony eine Reihe von Objektiven für die Alpha 7 versprochen, die nun teilweise noch in diesem Monat auf den Markt kommen sollen: Das Universalzoom FE 24-240/3.5-6.3, ein hochlichtstarkes Reportage-Objektiv FE 35/1.4 ZA, das stabilisierte FE 90/2.8 G Makro OSS, sowie ein Weitwinkel 28/2.0, dessen Bildwinkel sich über zwei spezielle Konverter erweitern lässt. Die neuen Objektive habe ich inzwischen in meine Übersicht aufgenommen.

FE24240/F3.5-6.3 OSS (SEL-24240)

Mit dem XXX kommt ein 10fach-Zoom für die Alpha 7, das allerdings nicht gerade kompakt ist.

Mit dem FE 24-240/3.5-6.3 OSS kommt ein 10fach-Zoom für die Alpha 7, das allerdings nicht gerade kompakt ist.

Das Universalzoom deckt nicht nur den in der Kleinbildfotografie gigantischen 10fachen Zoombereich ab, es ist zudem das stärkste Teleobjektiv, das derzeit für das FE-Bajonett zu haben ist. Wer mit seiner Alpha 7 unterwegs ist, sei es auf Reisen oder nur auf dem Sonntagsspaziergang, braucht eigentlich kein weiteres Objektiv neben dem FE 24-240/3.5-6.3 OSS mitnehmen. Allerdings ist das Objektiv mit knapp 800 Gramm kein Leichtgewicht, mit einer minimalen Länge von zwölf Zentimeter nicht gerade kompakt und mit seinem Preis von ca. 1.000 Euro sicherlich auch kein Schnäppchen. Dafür ist es mit einem optischen Bildstabilisator (OSS) ausgestattet. Das SEL-24240 wird noch im März 2015 erhältlich sein.

Meine Meinung: Etwa die Hälfte der Besitzer einer Systemkamera wechselt das Objektiv fast nie. Insofern ist es nur konsequent, dass Sony mit dem FE 24-240/3.5-6.3 ein 10fach-Zoom bringt, das praktisch immer an der Alpha 7 verbleiben kann. Ich gehöre allerdings zur anderen Hälfte und habe den Brennweitenbereich von 16 bis 200 Millimeter bereits gut abgedeckt. Spannender hätte ich persönlich ein Tele à la 300/4 gefunden.

Distagon T* FE 35/F1.4 ZA (SEL-35F14Z)

Das sehr lichtstarke 35er bietet alternativ eine stufenlose Blendensteuerung.

Das sehr lichtstarke 35er bietet alternativ eine stufenlose Blendensteuerung.

Mit dem Distagon T* FE 35/F1.4 ZA präsentiert Sony das nunmehr lichtstärkste Objektiv für das Alpha-7-System. Es ist mit neun abgerundeten Blendenlamellen ausgestattet, wodurch die Blende dem Ideal einer kreisrunden Öffnung nahekommt. Eine weitere Besonderheit der klassischen Reportagebrennweite: Das Objektiv ist mit einem Blendenring versehen, die Blendensteuerung lässt sich von der klassischen Rastblende auf stufenlos (wichtig bei Filmaufnahmen) umschalten. Zudem ist das neue 35er mit „Direct Drive SSM“-Fokusantrieb ausgestattet, der für besonders flottes Fokussieren sorgen soll. Wie fast alle Festbrennweiten für das FE-Bajonett verzichtet auch das Distagon auf einen optischen Bildstabilisator. Das hochlichtstarke Objektiv hat einen recht stolzen Preis, es ist laut Sony ab März 2015 für rund 1.700 Euro zu haben.

Meine Meinung: Eventfotografen werden sich über die hochlichtstarke Reportage-Brennweite freuen, ebenso Videofilmer. Für die Landschafts- oder Streetfotografie reicht auch die Lichtstärke f/2.8, die Sony bereits mit dem SEL35F28Z im Programm hat.

FE 90/F2.8 Makro G OSS (SEL-90M28G)

Das 90er Makro ist gleich mit zwei AF-Motoren ausgestattet.

Das 90er Makro ist gleich mit zwei AF-Motoren ausgestattet.

Einen maximalen Abbildungsmaßstab von ca. 1:1 sowie einen optischen Bildstabilisator (OSS) zeichnen das FE 90/2.8 Makro G OSS aus. Als Spezialist für Nahaufnahmen hat Sony das Objektiv mit einem üppig dimensionierten Fokusring inklusive Entfernungsskala versehen, der das manuelle Scharfstellen erleichtert. Zwischen Autofokus und manuellem Fokus lässt sich bequem umschalten, indem der Fokusring zurückgezogen oder vorgeschoben wird. Hinzu kommt ein schaltbarer Fokuslimiter, mit dessen Hilfe sich der Fokussierbereich begrenzen lässt. Zudem ist das Objektiv mit einer Fokusstop-Taste versehen, der sich auch eine andere Funktion zuweisen lässt. Auch beim neuen Makroobjektiv soll ein Direct Drive SSM mit gleich zwei Linearmotoren für besonders rasches Scharfstellen sorgen. Die minimale Fokusentfernung beträgt 28 Zentimeter, die kleinste Blende f/22. Das SEL-90M28G soll ab Sommer 2015 erhältlich sein, einen Verkaufspreis nennt Sony noch nicht. Sony USA gibt einen Preis von 1.100 Dollar an, hierzulande dürfte daraus rund 1.100 Euro werden.

Meine Meinung: Bildstabilisator, Fokuslimiter und eine programmierbare Fokusstopptaste – von der Papierform her verspricht das FE 90/2.8 Makro G OSS ein sehr gut ausgestattetes Makroobjektiv mit schnellen AF zu werden. Das rechtfertigt sicherlich auch den etwas hohen Preis im Vergleich zu entsprechenden A-Mount-Makros von Fremdherstellern – zumal das neue Makroobjektiv ohne Adapter an die Alpha 7 passt.

[A7_Systembuch]

FE 28/F2 (SEL-28F20)

Das Weitwinkelobjektiv FE 28/2.0 besticht vor allem durch seine recht hohe Lichtstärke von f/2.0 bei einem moderatem Preis (ca. 450 Euro). Auf einen Bildstabilisator muss man dabei verzichten, dafür weist es eine andere Besonderheit auf: Das FE 28/2.0 nimmt via Frontbajonett die Konverter VCL-ECU2 und VCL-ECF2 auf, die den Bildwinkel des 28er erweitern. Ausgestattet mit dem Konverter VCL-ECU2 (ca. 250 Euro) entsteht so ein 21/2.8; mit dem VCL-ECF2 (ca. 310 Euro) ein 16/3.5 Fisheye. Ein Kontakt in der Schnittstelle sorgt dafür, dass bei angesetztem Konverter korrekte EXIF-Daten in die Bilddateien geschrieben werden.

Der Bildwinkel des 28er (links) lässt sich durch einen Superweitwinkel-Konverter (Mitte) sowie einen Fisheye-Konverter (rechts) erweitern.

Der Bildwinkel des 28er (links) lässt sich durch einen Superweitwinkel-Konverter (Mitte) sowie einen Fisheye-Konverter (rechts) erweitern.

Meine Meinung: Ein 28er fehlt jetzt nicht unbedingt im Line-Up für das FE-Mount, schließlich gibt es ja bereits das FE 16-35/4 ZA OSS. Für das FE 28/2.0 sprechen allerdings der günstige Preis, sowie die Möglichkeit, den Bildwinkel via Konverter erweitern zu können. Ob diese Konverterlösung allerdings auch anspruchsvollere Fotografen zufriedenstellen wird, bleibt abzuwarten.

Was jetzt noch fehlt

Sony baut das Angebot an FE-Objektiven für die Alpha-7-Familie mit einem Schlag mächtig aus. In der Fototasche vieler Gelegenheitsfotografen wird das neue 10fach-Zoom FE24240/F3.5-6.3 OSS sicherlich ein Plätzchen finden, anspruchsvolle Fotografen werden sich über das FE 90/F2.8 Makro G OSS und das Distagon T* FE 35/F1.4 ZA freuen. Allerdings klaffen im Objektiv-Line-Up weiterhin schmerzliche Lücken. Ich vermisse vor allem ein lichtstarkes Portraitobjektiv wie ein 85/1.4 sowie eine leistungsfähige Telebrennweite à la 300/4. Wer darauf Wert legt, ist weiterhin auf entsprechende A-Mount-Objektive (auch vom Fremdhersteller) angewiesen, die sich via Adapter LA-EA4 praktisch ohne Funktionseinbußen an der Alpha 7 verwenden lassen. Allerdings hat Sony in den LA-EA4 das inzwischen nicht mehr ganz taufrische AF-Modul der SLT-A65 implantiert; für einen neuen Adapter mit dem famosen AF-Modul der SLT-A77II hätte ich sicherlich ins Portemonnaie gegriffen.