Posted by on Donnerstag, 14. Mai 2015 in Blog, Fotografie | 4 Kommentare

Meyer-Optik-Görlitz lässt das legendäre Trioplan 2,8/100 mm wieder auferstehen. Das Original ist heute ein vielgesuchtes Sammlerstück, zeichnet es doch dank seiner 15 Blendenlammellen ein unverkennbares »Seifenblasen-Bokeh«. Ende des Jahres soll das Objektiv auf den Markt kommen, auch für Sony-E-Mount. Der erste Prototypen wird am 16. Mai auf den 17. Internationalen Fürstenfelder Naturfototagen zu sehen sein.

Ursprünglich war die Trioplan-Baureihe eine preisgünstige Konstruktion, die aus lediglich drei unvergüteten Linsen bestand. Bereits Anfang der 60er Jahre gab Meyer-Optik (die Firma war inzwischen in die VEB Optisch-Feinmechanische Werke Görlitz aufgegangen) die Konstruktion auf, dennoch sind Objektive aus dieser Zeit heute sehr begehrt. Grund dafür sind 15 (!) Blendenlamellen, die insbesondere beim Trioplan 1:2,8/100 mm für ein ganz charakteristisches Bokeh sorgen.

Seit 2014 nutzt Globell Deutschland die Marke Meyer-Optik-Görlitz wieder und legt nun das legendäre Trioplan f2,8/100 mm erneut auf. Anders als beim Urahn besteht die Neuauflage aus vergütetem Schottglas. Produziert wird das neue Trioplan nach Angaben von Globell in Deutschland. An der Entwicklung arbeitet Dr. Wolf-Dieter Prenzel, ehemaliger leitender Ingenieur der Feinoptisches Werk Görlitz GmbH (Meyer-Optik), mit.

Einen ersten Prototypen wird es es am 16. Mai auf den 17. Internationalen Fürstenfelder Naturfototagen zu sehen geben. Ab Dezember 2015 soll das neue Trioplan 2,8/100 mm dann erhältlich sein. Bis dahin wird das äußere Erscheinungsbild noch leicht überarbeitet. Das Trioplan 2,8/100 mm wird es mit Anschlüssen für M42, Canon, Nikon, Fuji X,  Sony E und MFT geben; es soll rund 1.400 Euro kosten.

Technische Daten des Trioplan f2,8/100 mm (Prototyp)

  • Optischer Aufbau als klassisches Triplet | 3 Linsen / 3 Gruppen
  • Relatives Öffnungsverhältnis / Lichtstärke: 1:2,8 stufenlos abblendbar bis 1:22
  • Irisblende mit 15 speziell berechneten Blendenlamellen aus Lamellenbandstahl
  • Brennweite: 100 mm
  • Bildformat: 24 mm x 36 mm (Bildkreisdurchmesser  44 mm)
  • Bildwinkel: 24°
  • Filtergewinde: M 52 x 0,75
  • Aufsteckdurchmesser: 54 mm

PS: Einen sehr lesenswerten Beitrag zum Ur-Trioplan hat Anette Damm in fotoespresso 4/2014 (ab Seite 14) veröffentlicht.