Posted by on Sonntag, 12. Mai 2013 in | Keine Kommentare

In den letzten Tagen hat mich mal kein Buchprojekt an den Schreibtisch gefesselt. Etwas Zeit also, die Kamera in die Tasche zu packen und mich den Frühlingsblüten zu widmen. Mit dabei war teilweise mein Kollege „Zwergfrucht“ (Wolfram) aus dem SonyUserforum, ein ausgesprochener Makro-Experte. Während Wolfram Motive wie diese ganz klassisch mit einem 180er Makro (an seiner Sony A77) einfängt, habe ich eine etwas ungewöhnlichere Arbeitsweise für mich entdeckt: Ich verlängere das Sony G SSM 70-210/2.8 mit dem 2.0x-Telekonverter. Mit dieser Kombination komme ich auf eine Naheinstellgrenze von 60 Zentimeter bei 400 Millimeter Brennweite (an meiner A99). So erhalte ich nicht nur sehr dichte Makros – ich kann zudem einen recht großen Aufnahmeabstand wählen, wobei durch die lange Brennweite der Aufnahmewinkel nicht ganz so penibel gewählt werden muss (was bei den bodennahen Blüten trotz des hervorragenden Live-Views der Sony-SLT-Kameras eine willkommene Arbeitserleichterung ist).

Hintergrund: Longitudinale chromatische Aberration

Telekonverter verkürzen die Nahgrenze eines Objektivs um den Kehrwert des Faktors, um den sie die Brennweite verlängern. Auf den ersten Blick ist das ideal für Makro-Aufnahmen, denn damit wachst ja auch die maximale Abbildungsgröße um den „Verlängerungs“-Faktor des Telekonverters. Die Sache hat nur einen Haken: Üblicherweise sind Objektive auf eine optimale Abbildungsleistung in Unendlich-Stellung optimiert – nur Makro-Objektive weisen im Nahbereich eine optimale Abbildungsleistung auf. Wenn man nun wie ich hier bei diesen Fotos eine „normales“ Tele- (Zoom-) Objekt an der Naheinstellgrenze fokussiert, entstehen leicht „Longitudinale chromatische Aberrationen“ – in der Aufnahme zeigen sich (teils kräftig ausgeprägte) Farbsäume an Kontrastkanten, die außerhalb der Schärfeebene liegen. Deren Farbe hängt zudem davon ab, ob sich die Kontrastkanten vor oder hinter der Fokusebene befinden. Glücklicherweise kann Lightroom seit Version 4.1 (und Photoshop CS6 mit Camera Raw ab Version 7.1) auch longitudinale chromatische Aberrationen recht zuverlässig korrigieren. Daher habe ich alle Skrupel über Bord geworfen und lasse mein 100er Makro immer häufiger im Schrank.

Ich werde die Galerie hier in diesem Projekt im Laufe der Zeit mit weiteren Aufnahmen füllen, die thematisch dazu passen. Sobald sich hier etwas tut, werde ich euch im Blog darüber informieren – stay tuned.